Zukünfte in der Gegenwartsliteratur 1

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Mit Angelika Meier, Christina Pareigis, Benjamin Stein, Mona Körte, Dietmar Dath, Johannes Steizinger, Monika Rinck und Claude Haas

Die Literaturtage des Zentrums für Literaturforschung

Mit Angelika Meier, Christina Pareigis, Benjamin Stein, Mona Körte, Dietmar Dath, Johannes Steizinger, Monika Rinck und Claude Haas

Der Literatur wird oft ein eigentümliches Vermögen zugeschrieben, zukünftige Entwicklungen vorherzusehen oder sogar selbst unmittelbar zu befördern. Diese Einschätzung kommt vor allem dann zum Tragen, wenn sich literarische Zukunftsvisionen in bestimmten technischen oder auch gesellschaftlichen Errungenschaften zu realisieren scheinen. Fantasien von Weltraumreisen, von miteinander vernetzten Elektronengehirnen oder von technisch veränderten Lebensformen gab es in den möglichen Welten der Literatur schon lange, bevor sie Bestandteile der wirklichen Welt wurden […]
Für den Technikphilosophen Armin Grunwald bemißt sich »die Geltung von Aussagen über die Zukunft ausschließlich nach Kriterien der Gegenwart«; Zukunft ist demnach »nicht anders als sprachlich erfaßbar«, und deshalb »kommt der Art und Weise unseres Redens über Zukunft eine entscheidende Bedeutung zu«.
Genau darin liegt die wesentliche Funktion von Literatur im Umgang mit der Zukunft: Sie macht deutlich, daß Zukunft nur versprachlicht in Erscheinung treten kann, eben weil sie als Gegenwart abwesend und als Zeitform immer nur im Kommen ist. Die Literatur kann also sehr wohl Auskunft über die Zukunft geben, aber nicht deswegen, weil sie zukünftige Gegenwarten vorhersehen kann, sonder weil sie die Aufmerksamkeit für die jeweils gegenwärtige sprachliche Verfaßtheit jeder Zukunft schärft. Zukunftswissen und Gegenwartsliteratur sind daher, wie man sagen könnte, enge Verbündete. Genau deshalb ist die Literatur unserer Gegenwart, des frühen 21. Jahrhunderts, zu einer besonderen Auseinandersetzung mit unserer Zukunft in der Lage, also mit der Art und Weise, wie heute Zukunft in den Blick genommen wird.

Es lesen und diskutieren:

14.30 h: Angelika Meier und Christina Pareigis
15.30 h: Benjamin Stein und Mona Körte

17.00 h: Dietmar Dath und Johannes Steizinger
18.00 h: Monika Rinck und Claude Haas