William Wordsworth: Gedicht, noch ohne Titel, für S. T. Coleridge
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So, wie ein Landmann, ging ich meine Straße
unter der Abendsonne hin und wünschte nie
den Sabbath dieser Zeit je wieder unter ein
serviles Joch zu beugen. Wozu viele Worte?
Der angenehme Weg bracht mich zu meiner
Einsiedelei nach zweien Tagen lässigen Dahingehns.
[W. Wordsworth]
William Wordsworths Hauptwerk, eines der großen Blankvers-Essays der Weltliteratur, beschreibt die geistige Entwicklung des Dichters und erhielt daher posthum den Titel »The Prelude, or Growth of a Poet’s mind«. Vergleichbar mit Rousseaus »Confessions« oder Moritz’ »Anton Reiser« breitet Wordsworth darin eine autobiografische Erfahrungsseelenkunde aus, die sich in knapp 10.000 Versen mit poetologischen und philosophischen Raisonnements sowie mit einem Epochenportrait der Zeit von 1770 bis 1805 verschränkt. Hinreißend schwärmerisch, dem Himmel und den Künsten zugewandt, erweist sich der junge Wordsworth als einer der ganz großen Sehnenden der Weltliteratur.
Wolfgang Schlüter, Autor und Übersetzer, hat William Wordsworths »Prelude« übersetzt, kommentiert und mit einem umfangreichen Nachwort versehen herausgegeben (Matthes & Seitz Berlin). Er liest aus seiner Übersetzung und spricht mit seinem Übersetzer- und Autorenkollegen Joachim Kalka.