Willi Jasper: Zauberberg Riva
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Mit Willi Jasper und Wilfried F. Schoeller
Ende des 19. Jahrhunderts gründete der Wiener Arzt Christoph von Hartungen in Riva am Gardasee ein Sanatorium, das bald zu einem bevorzugten Dorado von Aristokraten, Diplomaten, Wissenschaftlern, Künstlern und Schriftstellern wurde. Das südliche Naturerlebnis, Heilklima und eine humanistische Kulturtradition lockten bis 1914 prominente Persönlichkeiten, Geistesgrößen und Künstler wie Thomas und Heinrich Mann, Sigmund Freud, Franz Kafka, Max Brod, Clara und Hermann Sudermann, Christian Morgenstern, Rudolf Steiner, Eugen d’Albert und Magnus Hirschfeld an diesen Ort. Mit dem Ersten Weltkrieg kam die Epochenzäsur – ihr Verkünder am Gardasee war Gabriele d’Annunzio. Sein rauschhafter Ästhetizismus antizipierte schon das politische Programm Mussolinis.
Willi Jasper, Kulturwissenschaftler und Publizist, rekonstruiert den Zauberberg Riva als ideengeschichtlichen Zusammenhang und farbiges Bild der geistigen Aufbruchs- und Untergangsstimmung eines mitteleuropäischen Mikrokosmos.
Willi Jasper liest aus seinem bei Matthes & Seitz Berlin erschienenen Buch und spricht mit dem Literaturkritiker und Publizisten Wilfried F. Schoeller.