Wer ich bin. Bohumil Hrabal: Schriftsteller – Tscheche – Mitteleuropäer

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Ausstellung Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg

26.2.-12.4.2015
(adaptierte Fassung als Plakate-Ausstellung)

 Stationen der großen Ausstellung:

26. September – 23. November 2014 Literaturhaus Berlin2. April – 31. August 2014 Prag

Konzeption: Tomáš Pavlíček (Museum der Tschechischen Literatur, PNP, Prag)
Mitwirkung und Bearbeitung der deutschen Fassung: Lutz Dittrich (Literaturhaus Berlin)
Ausstellungsarchitektur: Mirek Vavřina (Prag)
Graphische Gestaltung und Design: Petr Bosák, Adam Macháček, Robert Jansa (2014 Designers)


Bohumil Hrabal ist einer der wenigen tschechischen Schriftsteller, dessen Werk Weltruhm erlangte. Zwei der zahlreichen Hrabal-Verfilmungen wurden mit den renommiertesten Preisen ausgezeichnet: mit einem Oscar (1968) und dem Goldenen Bären (1990).

Aus der Mitte Europas heraus reichen Hrabals Texte in die k.u.k. Monarchie zurück, streifen die erste Tschechoslowakische Republik, dann deren Zerschlagung durch die deutschen Besatzer, um später verwundert und desillusioniert auf eine Nachkriegszeit zu blicken, die Hoffnungen auch auf künstlerische Befreiung und auf einen »gesellschaftlichen Frühling« geweckt hatte, aber schließlich in grauer Unfreiheit und ideologischer Herrschaft erstarrte. Nach 1968 verweigerten die staatlichen Verlage der ČSSR acht Jahre lang Hrabal jede weitere Publikation. Vor die Wahl gestellt, im Exil seine künstlerische Heimat zu suchen und die Nähe seines einheimischen Publikums zu verlieren, entschied er sich für einen ihm von den Machthabern abgepreßten Kompromiß. Auch danach konnten bis 1989 viele seiner wichtigsten Bücher nur in Exil-Verlagen und im Samizdat publiziert werden.

Reale Lokalitäten (und Lokale) waren für ihn wichtig, denn sie inspirierten seine Prosawerke und Gedichte unmittelbar – und so läßt sich in der Ausstellung und bei den Begleitveranstaltungen das großartige literarische Schaffen des Schriftstellers, Tschechen und Mitteleuropäers Bohumil Hrabal (1914-1997) mitsamt den Regionen entdecken, in denen sich »seine Geschichte« und seine Geschichten abspielten.

Zu Hrabals bekanntesten Büchern zählen: »Die Bafler«, »Tanzstunden für Erwachsene und Fortgeschrittene« (1964), »Reise nach Sondervorschrift, Zuglauf überwacht« (1965), »Ich habe den englischen König bedient« (1980), die Nymburker Trilogie mit »Die Schur«, »Schöntrauer« und »Harlekins Millionen« (1981) und die autobiographische Trilogie »Hochzeiten im Hause« (1987).

 


Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Museum der Tschechischen Literatur, Památník národního písemnictví (PNP), in Prag und war dort bis zum 31.8.2014 zu sehen.

Die ebenfalls gemeinsam realisierte, exklusiv erschienene Begleitbroschüre [96 Seiten; ISBN: 978-3-926433-55-8 ]enthält zahlreiche, bislang unveröffentlichte Fotos und Dokumente aus dem Nachlaß, aus tschechischen Museen und aus Archiven privater Sammler: im Buchhandel oder vom Literaturhaus Berlin erhältlich (10.- Euro).

Für die Berliner Ausstellungsfassung wurde ein Audioguide mit Übersetzungen und vielen Ausschnitten aus (deutschen) Rundfunkgesprächen mit Hrabal (seit den 60er bis zu den 90er Jahren) eingerichtet.

Das Begleitprogramm fand in Kooperation mit dem Kino Arsenal, mit Unterstützung des Tschechischen Zentrums Berlin, statt: Zu sehen waren im Literaturhaus und im Kino Arsenal die wichtigsten Hrabal-Verfilmungen und Filme aus der Tschechoslowakischen Neuen Welle. Es lasen und diskutierten u.a. Antonín Brousek, Péter Esterházy, Jan Faktor, Werner Fritsch, Juraj Herz, Jaroslav Rudiš.


Für die Unterstützung der Kooperation, der Ausstellungspräsentation in Berlin und für die Förderung der Begleitpublikation danken wir besonders dem Hauptstadtkulturfonds wie auch dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und dem Verein der Freunde und Förderer des Literaturhauses Berlin.