Was die Wissensgesellschaft weiß und was ihr fehlt

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Mit Jörn Rüsen und Jürgen Kocka

Mit Jörn Rüsen und Jürgen Kocka

Das technische und technologische Wissen der entwickelten Industrienationen verdoppelt sich in immer kürzeren Abständen, gleichzeitig schwindet die Kenntnis großer Wissensgebiete und damit die Voraussetzung für die Rezeption grundlegender Werke der eigenen Kultur: die Mythen des klassischen Altertums und die biblische Geschichte sind mit dem Niedergang des humanistischen Gymnasiums unlesbar geworden, eine Universitas literarum gibt es nicht mehr. Hat die Lehranstalt Schule mit Bildung noch etwas im Sinne?
Nach der besorgniserregenden übernationalen Pisa-Studie [Programme for International Student Assessment], dem deutschen Ergänzungstest und der bitteren Einsicht, daß soziale Chancengleichheit in der Ausbildung nicht erreicht wurde, wird auch über ein deutsches Zentralabitur und erneut über Kerncurricula, über Kanonbildung als Mittel zur Förderung von Lesekompetenz nachgedacht. In einer losen Folge von Vorträgen und Diskussionen sollen im Literaturhaus solche und ähnliche Probleme thematisiert werden.

Im Eröffnungsvortrag zu dieser Veranstaltungsfolge spricht Jörn Rüsen, der Präsident des Kulturwissenschaftlichen Instituts am Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen in Essen über »Die Zukunft der Bildung. Anmerkungen eines Historikers«.
Jörn Rüsen veröffentlicht in diesem Herbst zwei neue Bücher: »Geschichte im Kulturprozeß« und »Kann Gestern besser werden? Essays zum Bedenken der Geschichte«.
Der Historiker Jürgen Kocka, Präsident des Wissenschaftszentrums Berlin, spricht mit Jörn Rüsen.