Versuchte Rekonstruktion – Die Securitate und Oskar Pastior
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Mit Corina Bernic, Stefan Sienerth, Ernest Wichner, Thomas Eder, Michael Lentz, Jacques Lajarrige, Gerhard Gross und Klaus Ramm
»Versuchte Rekonstruktion« – unter diesem Titel fand sich im Nachlaß von Oskar Pastior eine handschriftliche Notiz zu seinen Erinnerungen an den »Ekelkomplex« Securitate, »wahrscheinlich einiges davon vergessen und verdrängt«. Vier Jahre nach Pastiors Tod wurde im Spätsommer 2010 eine von ihm unterschriebene Erklärung bekannt, in der er sich 1961 verpflichtete, Informationen an den rumänischen Geheimdienst zu liefern. Dies löste eine heftige, von Spekulationen und Unterstellungen begleitete Diskussion aus, die in dem ohne Belege verbreiteten Gerücht gipfelte, Oskar Pastior träfe durch seine Spitzeltätigkeit die Mitschuld am Selbstmord des Dichters Georg Hoprich.
Was aber sagen die Akten darüber aus? Inzwischen wurden im Auftrag der Oskar Pastior Stiftung Tausende von Securitate-Akten gesichtet und erforscht. Corina Bernic, Stefan Sienerth und Ernest Wichner informieren über ihre Recherchen im Bukarester Archiv des Nationalen Zentrums zum Studium der Securitate-Akten. Thomas Eder, Michael Lentz und Jacques Lajarrige unternehmen den Versuch, Oskar Pastiors Texte auf die darin sedimentierten biographischen Erfahrungen, Erlebnisse und Zumutungen hin zu lesen. Gerhard Gross berichtet von seinen Erfahrungen als politischer Häftling in den Gefängnissen Rumäniens der 50er Jahre. Zur Einführung spricht Klaus Ramm.
Eine Veranstaltung der Oskar Pastior Stiftung zusammen mit dem Literaturhaus Berlin