Verleihung des Oskar Pastior Preises 2010 an Oswald Egger
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Mit Oswald Egger, André Schmitz, Klaus Ramm, Ulf Stolterfoht und Herta Müller
Die Oskar Pastior Stiftung verleiht den Oskar Pastior Preis 2010 Oswald Egger, der in seinem Werk die vielstimmigen Erscheinungs- und Wahrnehmungsformen von Welt in Sprache erkundet. Mit Spielwitz und Risikofreude macht er noch die entlegensten Vokabularien und Wortschätze zum Material seiner mathematisch-poetischen Versuchsanordnungen und treibt so die Traditionen experimentellen Schreibens voran.
Zur Begrüßung sprechen André Schmitz (Staatssekretär für Kultur) und Klaus Ramm (Oskar Pastior Stiftung); Laudatio auf Oswald Egger: Ulf Stolterfoht; anschließend spricht der Preisträger Oswald Egger
Der 2006 gestorbene Dichter Oskar Pastior hatte die Stiftung zur Förderung aller Spielarten experimenteller Literatur, in deren Tradition er stand, testamentarisch verfügt.
Herta Müller, die eng befreundet war mit Oskar Pastior und zwischen 2002 und 2006 mit ihm an einem gemeinsamen Erzählprojekt über seine Deportation in den Donbass gearbeitet hat, beschreibt die Beweggründe für seine Stiftung so: »Dieses Geld ist keine Erbschaft, sondern Seelengeld – in lebenslang gesparten kleinen Summen. Wenn ich zu Oskar Pastior sagte: ‚Oskar, nimm Dir doch ein Taxi, antwortete er: Das steht mir nicht zu.’ Das Sparen war, auch wenn er nie darüber sprach, kein Geheimnis, sondern Selbstverständlichkeit. Und es war nicht Verzicht, sondern Bescheidenheit. Und komplementär zu seiner Literatur eine Vorarbeit für die Literatur, die nach ihm kommt.«
Wichtigste Aufgabe der Stiftung ist die Vergabe des Oskar Pastior Preises, der mit € 40.000 ausgestattet ist und alle zwei Jahre vergeben wird. Außerdem fördert die Stiftung Arbeiten und Veröffentlichungen experimenteller Literatur und Kunst sowie wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet. Ihr obliegt auch die Pflege und Vermittlung des Werks von Oskar Pastior. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Stiftungsrats hatte Oskar Pastior selbst bestimmt: Prof. Dr. Klaus Ramm (Vorsitz), Ernest Wichner (stellv. Vorsitz), Marianne Frisch, Herta Müller, Dr. Dierk Rodewald, Ulf Stolterfoht und Prof. Dr. Christina Weiss.