Über die Zukunft des Verlegens 15
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Alles Wichtige im Leben habe er zweimal gemacht, hat Klaus Schöffling einmal gesagt: Abitur, heiraten und einen Verlag gründen. Tatsächlich flog der gebürtige Frankfurter wegen Aufmüpfigkeit vom ersten Gymnasium und auch am zweiten musste er die Prüfungen wiederholen. Verheiratet ist der 62jährige bis heute mit Ida Schöffling, die bei seiner ersten Hochzeit noch Trauzeugin war. Und der Schöffling Verlag, den sie beide 1993 gemeinsam gründeten, war nach der Frankfurter Verlagsanstalt schon das zweite eigene verlegerische Projekt des Mannes, der bei Siegfried Unseld und Suhrkamp das Büchermachen gelernt hat. Vor einer Fehlinterpretation dieser doppelten Anfänge sollte man sich aber hüten, eine Neigung zum Sprunghaften und Unsteten zeichnet Klaus Schöffling gerade nicht aus. Sein Verlag, nah beim Frankfurter Hauptbahnhof, gedeiht bis heute ganz prächtig – mit Schriftstellern wie Burkhard Spinnen, Silke Scheuermann und Guntram Vesper. Zuletzt wurden Verlag und Autoren derart mit Preisen überhäuft, dass die »Bild«- Zeitung, die sonst eher nicht für eine besondere Literaturnähe bekannt ist, mit dicken Buchstaben titelte: Klaus Schöffling – »das ist Deutschlands erfolgreichster Buchverleger«.
Holger Heimann, geboren 1969, ist Journalist in Berlin. Er arbeitet unter anderem für das Deutschlandradio, das Fachmagazin »Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel« und die Tageszeitung »Die Welt«.