Über die Zukunft des Verlegens 13
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Alles beginnt mit einer Schnapsidee. Drei Studenten sitzen in einer Göttinger Kneipe beieinander und überlegen, wie sie auf die Schnelle genug Geld verdienen könnten, um in Ruhe ihre Doktorarbeiten zu schreiben. Sie beschließen, einen Kneipenführer für ihre Stadt herauszubringen – verbunden damit ein rauschendes Fest in der Mensa. Die Broschüre wird zu einem großen Erfolg und zur Keimzelle für den wenig später – 1986 nämlich – gegründeten Wallstein Verlag. Vom Anfangstrio bleibt nur Thedel von Wallmoden beim Büchermachen. Aber der weiß, wie es geht: Der Verlag wächst in der Folgezeit rund um die Schwerpunkte Literatur- und Geistesgeschichte. 2004 kommt dann der frühere Suhrkamp-Lektor Thorsten Ahrend nach Göttingen und baut ein Literaturprogramm auf. Er gewinnt Schriftsteller wie Teresa Präauer, Lukas Bärfuss und Ralph Dutli. So zählt der Wallstein Verlag heute zu einer der interessantesten Adressen für deutschsprachige Gegenwartsliteratur.
Holger Heimann, geboren 1969, ist Journalist in Berlin. Er arbeitet unter anderem für das Deutschlandradio, das Fachmagazin »Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel« und die Tageszeitung »Die Welt«.