Tobias Hülswitt und Roman Brinzanik: Werden wir ewig leben?
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Mit Tobias Hülswitt und Roman Brinzanik
Der Biophysiker Roman Brinzanik und der Autor Tobias Hülswitt vom Korsakow Institut für Nonlineare Erzählkultur stellen ihr Buch »Werden wir ewig leben? – Gespräche über die Zukunft von Mensch und Technologie« (Suhrkamp Verlag) vor – im Format einer Korsakowshow.
Naturwissenschaftliche Forschungen zu den Themen Leben, Intelligenz und Materie erzielen derzeit revolutionäre Ergebnisse, die unsere Auffassung von der Natur des menschlichen Körpers und Geistes herausfordern. Der Erfinder und Futurologe Ray Kurzweil leitet aus möglichen technologischen Anwendungen dieser Erkenntnisse die Vision einer nahen Zukunft ab, in der Künstliche Intelligenz die menschliche auf allen Gebieten übertrifft, in der der Mensch mit intelligenter Technik verschmilzt, Krankheiten und Altern durch den Einsatz von Gentechnik und Nanomedizin bekämpft werden und schließlich niemand mehr eines natürlichen Todes sterben muss.
Was an diesen Visionen ist Wissenschaft, was religiöses Heilsversprechen, was reine Science-Fiction? Der Schriftsteller Tobias Hülswitt und der Physiker Roman Brinzanik haben Interviews mit herausragenden Wissenschaftlern geführt, darunter der Chemie-Nobelpreisträger Jean-Marie Lehn, der Stammzellforscher Hans R. Schöler und der Hirnforscher Wolf Singer. Sie wollten herausfinden, was der heutige Stand der Naturwissenschaften ist und wie seriöse Zukunftsszenarien aussehen. Daneben werden in Gesprächen mit dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft Peter Gruss, dem Demografen James W. Vaupel und dem Ethiker Bert Gordijn die sozialen Konsequenzen neuer Technologien und einer möglichen radikalen Lebensverlängerung ausgelotet. Mit Pater Friedhelm Mennekes SJ, dem Schriftsteller Hans-Ulrich Treichel, dem Philosophen Aaron Ben-Ze’ev u. a. sprechen die Autoren über die Plastizität menschlicher Identität und das Verhältnis der Künste zu Technik, Melancholie und Vergänglichkeit.
Die Korsakowshow verbindet Elemente der Podiumsdiskussion, des Films und des Theaters zu einem Diskursformat mit Publikumsbeteiligung. Die gefilmten Interviews des Buches werden clipweise in der Veranstaltung auf eine Leinwand zwischen die beiden Herausgeber projiziert. Die Herausgeber bieten Redebeiträge an, in denen sie die Clips, die Meinung ihres Gesprächspartners oder einen Beitrag aus dem Publikum kommentieren. Jeder Zuschauer bekommt einen Laserpointer. Mit diesen Laserpointern stimmt das Publikum mehrheitlich ab, wen oder was es als nächstes hören will: einen weiteren Video-Clip, den Live-Beitrag eines Herausgebers oder einen Beitrag aus dem Publikum.