Thomas Medicus: Heimat. Eine Spurensuche

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Moderation und Gespräch: Shelly Kupferberg

Moderation und Gespräch: Shelly Kupferberg

Ein aus jüdischer Familie stammender, von seinen Kriegserlebnissen tief traumatisierter Sieger ohne Weltvertrauen. Eine nach der Heirat hoffnungsfroh in die Zukunft blickende, selbstbewußte junge Frau, aber eine Deutsche, Angehörige einer Nation, die einen Massenmord unvorstellbaren Ausmaßes zu verantworten hatte. Salinger hatte auf den killing fields von Kaufering mit eigenen Augen gesehen, wozu Deutsche in der Lage waren. Und nun diese Liebe eines Amerikaners zu einer Deutschen …
[Thomas Medicus]
Thomas Medicus ist 1953 im mittelfränkischen Gunzenhausen geboren worden und hat dort seine Kindheit verbracht. Erst Jahrzehnte später – er hatte als junger Mann der Provinz den Rücken gekehrt – stößt er auf ein furchtbares Kapitel der Stadtgeschichte: Am Palmsonntag 1934 fand hier das erste große Pogrom Nazi-Deutschlands statt; die SA hetzte unter Beteiligung eines erheblichen Teils der erwachsenen Bevölkerung gegen die jüdischen Bürger, zwei Männer kamen ums Leben. Und unversehens macht er noch eine weitere Entdeckung: Der von ihm bewunderte amerikanische Autor J.D. Salinger war, von den Erlebnissen an der Front schwer traumatisiert, nach dem Krieg als Soldat im Ort stationiert. Thomas Medicus unternimmt eine literarische Spurensuche in die eigene Vergangenheit. Aus Erinnerungen, Gesprächen und Dokumenten zeichnet er das sehr persönliche Porträt seiner Familie, er geht dem mörderischen Verbrechen auf den Grund und rekonstruiert Salingers Welt. Thomas Medicus liest aus »Heimat. Eine Spurensuche« (Rowohlt Berlin) Moderation und Gespräch: Shelly Kupferberg.