Thomas Gnielka: Als Kindersoldat in Auschwitz
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Thomas Gnielka: Als Kindersoldat in Auschwitz. Die Geschichte einer Klasse
Thomas Gnielka war fünfzehn Jahre alt, als er 1944 mit seinen Mitschülern zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Nach einer Kurzausbildung wurden diese Jungen nach Auschwitz-Birkenau geschickt, um dort die Häftlinge beim Bau von Schutzwällen für die Anlagen der IG Farben zu bewachen. Hier erlebten diese ‚Kindersoldaten’ das Kriegsende. Traumatisiert, können sie ihr Leben lang das dort Erlebte nicht vergessen.
Im Mai 1952 las Thomas Gnielka (1928-1965) beim Treffen der Gruppe 47 in Niendorf aus seiner Erzählung »Die Geschichte einer Klasse«, die aufgrund ihrer bestürzenden Authentizität einen starken Eindruck hinterließ. Romanfragment geblieben, haben Kerstin Gnielka und Werner Renz diesen Text zusammen mit einer Auswahl der von Thomas Gnielka in den 60er Jahren verfaßten Artikel über Auschwitz und seine Henker in der Europäischen Verlagsanstalt veröffentlicht.
Materialien, die der Journalist Thomas Gnielka 1959 erhalten hatte, und aus denen hervorging, wie regelmäßig sogenannte »Erschießungen auf der Flucht« in Auschwitz vorgekommen waren, halfen Fritz Bauer entscheidend bei der Vorbereitung des großen Frankfurter Auschwitz-Prozesses. Der Spielfilm »Im Labyrinth des Schweigens« (Kinostart November 2014) setzt den Protagonisten dieses Prozesses und dem Journalisten Thomas Gnielka ein Denkmal.