Thomas Bernhard II
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Mit Manfred Mittermayer und Hans Höller
Manfred Mittermayer, einer der Kuratoren der Bernhard-Ausstellung, und Hans Höller, Mitherausgeber der Werkausgabe, sprechen über Thomas Bernhard.
Manfred Mittermayer:
Der eine entsprechende Mensch. Bernhards Lebensmenschen in seiner Literatur.
Der »Großvater mütterlicherseits«, der Wiener »Lebensmensch« – wir kennen Johannes Freumbichler und Hedwig Stavianicek, deren Beziehung zu Thomas Bernhard ein wesentlicher Teil der Ausstellung im Literaturhaus nachgeht, als Personen aus Bernhards autobiographischen Büchern. Sie wurden jedoch auch in seinem fiktionalen Werk, in erzählenden und in Theatertexten, zum Spielmaterial seiner literarischen Imagination. Diesen komplizierten Transformationen spürt der Vortrag nach, vom frühesten Teil dieses Oeuvres bis zu Bernhards letzten Arbeiten.
Hans Höller:
Ein ungewöhnlicher Bernhard-Text: »Der Italiener«
»Der Italiener« ist für mich einer der irritierendsten und schönsten Bernhard-Texte. Er eignet sich dafür, das literarische Werk des österreichischen Autors exemplarisch vorzustellen. Ein Berliner Literaturwissenschaftler, Steffen Vogt, hat diese Erzählung als paradigmatischen Gedächtnis-Text gelesen. Und es gibt im »Italiener« auch eine im Werk Bernhards eher singuläre politische ›Trauerarbeit‹, die mit Namen wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Verbindung gebracht wird.