Susan Neiman: Moralische Klarheit

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Mit Susan Neiman, Jan Philipp Reemtsma und Michael Naumann

Mit Susan Neiman, Jan Philipp Reemtsma und Michael Naumann

»Der Begriff Moral ist verpönt, ein Wort wie Held ist tabu, gut und böse tauchen nur mit Anführungszeichen auf«, so Susan Neiman, Philosophin und Direktorin des Einstein Forums in Potsdam. Mit ihrem Buch »Moralische Klarheit« (Hamburger Edition) will sie die Sprache der Moral und deren Konzept des Guten, die von konservativen Parteien und der religiösen Rechten vereinnahmt wurden, für die Linke zurückgewinnen. Denn das Scheitern des Kommunismus hat die Linke so gelähmt, daß sie nun meint, allen Idealen abschwören zu müssen und nicht mehr im Namen moralischer Werte wie etwa der Gerechtigkeit agieren zu können. Aus einer Ethik der Verantwortung für das eigene Handeln entwickelt Neiman ein Kernthema ihres Buches: die Idee des Helden, den sie zunächst an der Person des Odysseus entwirft, des – wie sie meint – ersten Helden der Moderne, der für Adorno und Horkheimer die Dialektik der Aufklärung veranschaulicht.
Auf der Grundlage ihrer eigenen historischen Analysen verteidigt sie die abendländischen Werte überzeugend gegen ihre Kritiker und entwickelt ein philosophisches Fundament für heutiges politisches Denken und Handeln.

Mit Susan Neiman sprechen Jan Philipp Reemtsma und Michael Naumann (Moderation).