Suchers Leidenschaften: August Strindberg

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Mit C. Bernd Sucher

Mit C. Bernd Sucher

August Strindberg, dieser sich selbst und andere quälenden Mann, ist eine Ausnahmeerscheinung unter den Schriftstellern des 19. und 20. Jahrhunderts. Er ist der Erzähler und Dramatiker, der sein Leben als Drama und in Dramen, zugleich auch in Novellen und im Roman verwirklichte, darstellte und stilisierte. Er haßt die Frauen und die Welt und leidet zugleich unter den Verhältnissen wie sie sind, und er will sie mit seinem Werk ändern. Er ist mitleidslos – und fordert von Lesern und Zuschauern gerade das für seine Figuren: Mitleid.

C. Bernd Sucher wird in seinem Vortrag Strindbergs große Dramen nicht unbeachtet lassen, daneben über Strindbergs »Inferno«-Krise sprechen und auch über des Dichters üble antisemitische Ausfälle in dem zehn Kapitel umfassenden Buch »Das neue Reich. Satirische Schilderungen aus dem Zeitalter der Attentate und der Jubelfeste« berichten. Und Sucher wird Strindbergs Frauenbild nachzeichnen, das naturgemäß auch sein Männerbild formte. Strindberg träumte nach der Uraufführung des »Vater«-Dramas von dem neuen Mann, dem Arier, der mit Brutalität und Härte, wenn nötig auch mit Grausamkeit seine Genialität gegenüber der Frau durchsetzen müsse. Ein großer Dichter, ein schwieriger Charakter.