Steffen Kopetzky: Risiko
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Sprache, die vermittels von Ausrufen des Äußersten, des Höchsten, des Gewaltigsten, des Undenkbarsten arbeitet, und die man speziell im Industrie-Wunderland Deutschland pflegte, hatte in diesen Tagen begonnen, sich massiv auszubreiten. Je unübersichtlicher und riesenhafter die Schlachtfelder des Westens und Ostens, je unfaßlicher die Anstrengungen wurden, Menschen, Tiere und Maschinen zu versorgen und mit Waffenmaterial auszustatten, und je dunkler und unbeherrschbarer der Krieg wurde, desto triumphaleren Einzug hielten die Superlative.
[Steffen Kopetzky]
Als der Erste Weltkrieg beginnt, muß die unterlegene deutsche Flotte durchs Mittelmeer nach Konstantinopel fliehen. Auf einem dieser Schiffe ist auch der Marinefunker Sebastian Stichnote, der es nach den ersten Seegefechten eilig hat, sein Schiff so schnell wie möglich zu verlassen und sich einer geheimen Expedition nach Kabul anzuschließen. Am Ende hängt der Erfolg der Expedition von Stichnote ab, der mit allem brechen muß, was ihm einst heilig war.
Steffen Kopetzky hat einen temporeichen und spannenden Abenteuerroman geschrieben, der auf historischen Fakten beruht. Er folgt einer legendären Afghanistan-Expedition auf der 5000 Kilometer langen Reise und begegnet historischen Personen wie Lucien Camus, dem Vater von Albert, oder Alois Musil, auch Musil von Arabien genannt.
Steffen Kopetzky liest aus seinem soeben erschienenen Roman »Risiko« (Klett-Cotta); Moderation und Gespräch: Thomas Böhm.