Stefano D’Arrigo: Horcynus Orca

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Die schönen Fährboote verdampften in Meeren aus Gischt. Mit Warenzügen und Reisezügen. Umgestürzt auf den Gleisen. Mit so viel schöner Ware auf Wagen und in den Waggons. Mit so viel Reichtum in Koffern, an Hälsen. Mit Kleidern, Juwelen und Geld. Mit kleinen und mit großen Leuten. Festlandsmenschen. Schutz suchten sie und schlitterten rein. Einige retteten sich, einige nicht. Das Fährboot, nie rettete es sich. Nicht eines nicht eines nicht eines rettete sich.
[Stefano D’Arrigo]

Etwa zwanzig Jahre hat Stefano D’Arrigo (1919-1992) an seinem großen Romanwerk »Horcynus Orca« gearbeitet, bevor es 1975 endlich erscheinen konnte.Weitere vierzig Jahre mußten vergehen, ehe die von Moshe Kahn besorgte Übersetzung dieses monumentalen Romans in deutscher Sprache erscheinen konnte (S. Fischer Verlag).

An fünf Tagen, vom 4. bis zum 8. Oktober 1943, spielt die Geschichte des Romans. Die Alliierten sind kurz zuvor auf Sizilien gelandet und setzen sich auf der Insel fest. Der Oberbootsmann Ndrja Cambrìa verläßt seine Einheit im Hafen von Neapel und macht sich als Deserteur zu Fuß auf den Weg nach Hause ins Dorf Cariddi (Charybdis) auf der sizilianischen Seite der Straße von Messina. Die Heimkehr gelingt, aber der Heimgekehrte (Odysseus auf Ithaka) kommt durch eine verirrte Kugel von einem britischen Kreuzer zu Tode – dies, und daneben, parallel und darunter noch viel mehr, erzählt der Roman auf eng bedruckten 1460 Seiten.

Agnese Grieco stellt Autor und Roman vor und spricht mit dem Übersetzer Moshe Kahn.

Frank Arnold liest aus »Horcynus Orca«.