Stefan Großmann: Der Roman Ullstein

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Erhard Schütz spricht über Stefan Großmann und seinen Roman. Frank Arnold liest.

Aber du mußt doch wissen, daß die Brüder alle Geschäftsleute sind! Das erste ist das Geschäft und das letzte. Nutzt deine Idee dem Verlagsgeschäft, so bist du ein Genie. Schadet sie ihm, so bist du ein Idiot, der schnellstens weggejagt werden muß. Presse ist genauso ein Geschäft wie bedruckter Kattun oder Branntwein. Wer den größten Absatz erzielt, verdient die größte Stellung. Das mußt du dir vor Augen halten. Der Abonnent und der Inserent, das ist der Käufer, um dessen Seele wir ringen. Es ist das Angenehme an den Kronsteins, daß sie in stillen Stunden zugeben, Zeitungsgeschäftsleute zu sein …
[Stefan Großmann]

Stefan Großmann (1875-1935) war einer der bedeutendsten Journalisten Österreichs und Berlins. Darüber hinaus Theaterimpresario, Dramaturg, Autor und Feuilletonkorrespondent. Zusammen mit Leopold Schwarzschild gab er die neben der Weltbühne wichtigste Zeitschrift der Weimarer Republik Das Tagebuch (1920-1928) im Rowohlt Verlag heraus. In diesem Jahr ist im Wiener Verlag edition atelier die von Alexander Kluy herausgegebene Autobiographie »Ich war begeistert« von Stefan Großmann erschienen. Sein von Erhard Schütz herausgegebener Roman über den Berliner Zeitungskonzern Ullstein »Wir können warten oder Der Roman Ullstein« (Verlag für Berlin-Brandenburg), 1933/34 geschrieben und bisher unveröffentlicht, ist ein Zeitdokument, Gesellschafts- und Schlüsselroman, der das Ende der Weimarer Republik im Mikrokosmos der Familie Ullstein und ihres Pressekonzerns beschreibt.
Erhard Schütz spricht über Stefan Großmann und seinen Roman. Frank Arnold liest aus »Wir können warten oder Der Roman Ullstein«.