Stechschritt des Friedens. Texte zur Kriegsertüchtigung

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Luis Löwenstein und Sean Pfeiffer begeben sich auf einen literarischen Streifzug durch über hundert Jahre deutscher Kriegspropaganda

Eintritt frei

Deutschland ist im Kriegsfieber. Aus jeder Nachrichtensendung, aus jedem Leitartikel und von jeder Bühne schreit man uns entgegen, dass der gute Menschenverstand es gebietet, dass »wir« »uns« für den Krieg rüsten.

Dass Kultur nicht bloß politisch, sondern selbst eine Form angewandter Politik ist, drängt sich in Zeiten gesellschaftlicher Stabilität selten ins Bewusstsein. Erst wenn sich die sozialen Gegensätze und die Konflikte zwischen den imperialistischen Räuberbanden verschiedener Mächte zuspitzen, streift die Kultur den schöngeistigen Mantel ab, um ungehindert sich in den Kampf um die Köpfe zu stürzen, da es gilt: alles oder nichts.

Wie demokratische Bürgerspflicht und Kaisertreue einander ähneln und die höchsten Kulturwerte irgendwie doch immer zu gebieten scheinen, dass der Mensch den Menschen mit Kugeln durchlöchere, wird in diesem literarischen Streifzug durch über hundert Jahre deutscher Kriegspropaganda offenbar. Auch werden kritische Stimmen der Vergangenheit herangezogen – nicht zuletzt, um aufzuzeigen, an welcher Schärfe, politischen Weitsicht und künstlerischen Fertigkeit es der Kritik von heute mangelt.

(Luis Löwenstein und Sean Pfeiffer)