Sophie Calle »Erinnerungen an Ostberlin«
Zwar heißt es schon bei »Madame Bovary«: »Il ne faut pas toucher aux idoles: la dorure en reste aux mains« (»Man soll die Götzen nicht berühren: die Vergoldung bleibt an den Händen kleben«), doch genau das ist eine der schönsten Seiten unseres Jobs! Wir dürfen unsere Held:innen treffen und dazu gehört ganz bestimmt und seit vielen Jahrzehnten Sophie Calle!
Im Herbst kommt sie für ihre erste Berliner Einzelausstellung in die Stadt, und wir sind begeistert, dass sie die Buchpremiere von »Erinnerungen an Ostberlin« bei uns feiert!
In ihrem neuen Buch dokumentiert Sophie Calle eine entscheidende Episode des wiedervereinigten Berlins und zeigt, wie private Erinnerung und kollektives Gedächtnis einander durchdringen. Dafür suchte sie die Orte auf, von denen die sichtbaren Symbole der DDR-Geschichte entfernt worden waren und bat Passant:innen und Anwohner:innen, zu beschreiben, was zuvor die jetzigen Leerstellen ausgefüllt hatte: »Ich fotografierte die Abwesenheit und ersetzte die fehlenden Monumente durch die Erinnerungen an sie.«
Über das Erinnern, über ihre Kunst und das Schreiben spricht die Künstlerin mit dem Autor und Filmemacher Felix von Boehm. Aus dem Französischen dolmetscht simultan Kerstin Elsner.
Eine Veranstaltung in französischer Sprache mit deutscher Simultanverdolmetschung.
Sophie Calle »Erinnerungen an Ostberlin«, Suhrkamp 2026
Vom 13.11.2026 bis 4.4.2027 zeigt Sophie Calle im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart ihre erste Einzelausstellung in Berlin seit über 20 Jahren. Ausgangspunkt der Ausstellung Is It Better? ist ein Werk bellihrer Serie »Die Entfernung« aus der Sammlung des Hamburger Bahnhofs. Diese entstand 1996 in Berlin, dem Gründungsjahr des Museums. Die zwölf Fotografien zeigen öffentliche Orte in Berlin, an denen Symbole der DDR nach der Wiedervereinigung entfernt wurden, verbunden mit Beschreibungen von Passant:innen.