Sebastian Haffner »Die Tochter«

  • Buchpremiere

Annett Gröschner im Gespräch mit Jürgen Kuttner über die nächste spektakuläre Neuentdeckung aus dem Nachlass Sebastian Haffners. Es liest Lia von Blarer

Es wird ein Geheimnis bleiben, warum der berühmte Historiker Sebastian Haffner (1907–1999) sein bewegendes Memoir »Geschichte eines Deutschen« (2001) und die Novelle »Abschied« (2025), beide Nr. 1-Bestseller, zu Lebzeiten nicht veröffentlicht hat. Nun erscheint ein weiterer Roman aus dem Nachlass, mit dem er uns einmal mehr in das Berlin der 1920er Jahre entführt: »Die Tochter«.

Die sechzehnjährige Lulli Langfuß will kurze Haare, ausgehen, frei sein. Doch in Lichterfelde schleichen ihr labiler Vater, die herrische Tante Viktoria und eine uralte Großtante in Filzschuhen durchs Haus, träumen vom Kaiser und zeigen der Zeit, »dass sie nichts von ihr wissen wollen«. Als Lulli auf einem Tanzfest den zynischen Arvid kennenlernt, beginnt sie offen zu rebellieren und bringt damit die bürgerliche Fassade ihrer Familie in Gefahr.

Sebastian Haffners erster Roman, drei Jahre vor »Abschied« geschrieben und nun aus dem Nachlass freigegeben, ist ein Gesellschaftsroman, dem der Aufbruch und Überschwang der Weimarer Republik ebenso spürbar wird wie die Schizophrenie einer emotional verkümmerten Generation.

Zwei Ur-Berliner:innen, die Autorin Annett Gröschner und der Moderator Jürgen Kuttner, nehmen sich diesen bislang unveröffentlichten Berlin-Roman vor, die Schauspielerin Lia von Blarer bringt ausgewählte Passagen zu Gehör.

Sebastian Haffner »Die Tochter«, Hanser 2026

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