Schuldt: In Togo, dunkel

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Die Arbeit der Hände schuf die Sprache und übte sie aus. Ganz etwas anderes war das handlose Berühren des Eßbaren. Davon gab es mehrere Formen. Was sie die Sprachlose Ernte nannten, war der Akt, unverarbeitete Speisen oder Getränke an Ort und Stelle in sich aufzunehmen. So konnte man z.B. aus dem Fluß trinken. Dabei mußte man das Gesicht eintauchen, denn es wäre nicht richtig gewesen, das Wasser mit den Händen zu schöpfen. Auf gleiche Weise wurden Blumen und Obst gegessen, wo sie wuchsen, mit den Lippen vom Stengel gepflückt, oder Eier und langsame Käfer wurden in den Körper gesogen. Schuldt Schuldt, geboren 1941, Dichter, Essayist und Gestalter von Hörstücken, lebt und arbeitet unter Sprachen. Er erzeugt Bilder in China, publiziert auf Deutsch, Englisch und Französisch, hat Ausstellungen in New York, Shanghai, Berlin, Moskau und Hamburg gestaltet. Im Herbst 2013 erschien im Rowohlt Verlag Schuldts erstmals 1981 publiziertes und seit langem schon vergriffenes Buch »In Togo, dunkel, und andere Geschichten« mit Zeichnungen der Yanomami für Lothar Baumgarten. Schuldt liest aus diesem Buch.