Scherwitz. Der jüdische SS-Offizier
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Mit Anita Kugler und Julius H. Schoeps
Im Jahre 1948 wurde Dr. Eleke Scherwitz als mutmaßlicher Kriegsverbrecher verhaftet. Nach dem Krieg hatte er behauptet, Jude zu sein, die Häftlinge des KZ-Außenlagers »Lenta« in Riga, das er leitete, nannten ihn »Chaze«, Kamerad, Beschützer, Lebensretter. Nach drei Prozessen ohne Beweise – man warf ihm vor, im Herbst 1944 drei jüdische Häftlinge auf der Flucht erschossen zu haben – verurteilte ihn das Schwurgericht München 1950 wegen Totschlags zu sechs Jahren Gefängnis, dabei wurde ihm seine jüdische Herkunft strafverschärfend angekreidet. Heute fordern ehemalige Häftlinge von »Lenta« seine Rehabilitierung.
Anita Kugler, Buchhändlerin, Historikerin und Journalistin, hat mehrere Jahre in Archiven im In- und Ausland Scherwitz’ Spuren verfolgt und mit Zeitzeugen gesprochen. Entstanden ist dabei eine genaue und spannende Biographie. Sie liest aus ihrem Buch »Scherwitz. Der jüdische SS-Offizier« (Kiepenheuer & Witsch, 2004) und spricht mit Julius H. Schoeps.
Julius H. Schoeps ist seit 1991 Professor für Neuere Geschichte und Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums der Universität Potsdam. Seit Anfang dieses Jahres ist er Kulturdezernent der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.
Zusammen mit der Jüdischen Volkshochschule Berlin