Robert Walser 1878 – 1956 XVII
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Mit Friedhelm Ptok und Sabine Falkenberg
Robert Walser und Frieda Mermet
Im März 1913 aus Berlin in die Schweiz zurückgekehrt, bleibt Walser bis zum Juni im Juradorf Bellelay bei seiner Schwester Lisa Walser, die als Lehrerin die Kinder der in der Irrenanstalt Bellelay Angestellten unterrichtet; Wohnung und Schule befanden sich innerhalb der in einem umgebauten Prämonstratenserkloster eingerichteten Anstalt. Mit Lisa Walsers Freundin Frieda Mermet, einer Büglerin in der Wäscherei der Anstalt, verbindet Walser bald eine innige Freundschaft: 174 seiner Briefe und Postkarten an sie, die er bis 1942 schreibt, sind erhalten. Frieda Mermet, 1877 geboren, war als 18jährige aus Baden nach Birsfelden bei Basel gezogen, heiratete 1902 einen Herrschaftskutscher aus Besançon und wohnte mit ihm in Grenoble. Schon 1906 zog sie wieder nach Birsfelden und arbeitet in Bellelay in der Anstaltswäscherei, die sie später leitet. 1915 wird ihre Ehe geschieden; nach ihrer Pensionierung lebt sie in Basel. Zwei Jahre vor ihrem Tod hat Frieda Mermet 1967 mit Walter Muschgs Witwe Elli und mit Paul Ignaz Vogel über ihre Erinnerungen an Robert Walser gesprochen, Vogel hat im selben Jahr das Gespräch in seiner Zeitschrift „neutralität“ publiziert – ein einzigartiges Dokument zu Walsers Biographie. Aus den Briefen Walsers und den Erinnerungen von Frieda Mermet lesen Friedhelm Ptok und Sabine Falkenberg.