Robert Walser 1878 – 1956 XII

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Mit Friedhelm Ptok

Mit Friedhelm Ptok

Kleine Dichtungen

Mit dem Scheitern des „Jakob von Gunten“, nach der Hochzeit seines Bruders Karl (Januar 1910) tritt Walser den Rückzug an: Im heruntergekommenen ehemaligen Hotel Westend wird er Gehilfe seiner Vermieterin, die ihm dafür freie Kost und Logis gewährt. Ein B. Cassirer angekündigter neuer Roman läßt sich nicht schreiben, Vorschußzahlungen bleiben aus, Walser zerschlägt bei einem Gesellschaftsabend im Hause von S. Fischer dessen Caruso-Platten, trinkt. Zwar kommen schließlich mit Kurt Wolff Publikationsvereinbarungen zustande, doch der Tod seiner Westend-Vermieterin im September 1912 macht Walser unterkunfts- und mittellos, so daß er im März 1913 in die Schweiz zurückkehren muß und in seinem Geburtsort Biel bis 1920 Dauermieter der „Palastmansarde“ im Hotel Blaues Kreuz wird. Im Juli 1914 ist die neue Prosasammlung „Kleine Dichtungen“ bei Kurt Wolff bereits in der Herstellung, als Walser erfährt, auf Vorschlag Hesses für eine Auszeichnung durch den „Frauenbund zur Ehrung rheinländischer Dichter“ ausgewählt worden zu sein. Walser verläßt Anfang 1915 für eine Reise nach Leipzig, um die erste Auflage der „Kleinen Dichtungen“ für den „Frauenbund“ zu signieren, und einen anschließenden Abstecher nach Berlin letztmalig die Schweiz. Friedhelm Ptok liest aus den Prosastücken.