Robert Walser 1878 – 1956 XI
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Mit Bernhard Echte und Hans-Gerd Koch
Franz Kafka liest Robert Walser
Unter begeistertem Lachen, so berichtet Max Brod, hat ihm Franz Kafka, regelmäßiger Leser der „Schaubühne“, Walsers dort erschienene Prosaminiatur „Reklame“ (1908) vorgetragen; „Jakob von Gunten. Ein Tagebuch“ zählte zu Kafkas Lieblingsbüchern, Brod bekam das Buch von ihm als Geburtstagsgeschenk. Brod wiederum schickte Walser sein „Tagebuch in Versen“ (1910), handschriftlich gewidmet „in inniger Verehrung“, und schrieb, neben zahlreichen Besprechungen, über Walser den ersten großen Essay, den A. Kerr und P. Cassirer 1912 in ihrer Wochenschrift „Pan“ veröffentlichten. Das von Brod herausgegebene Jahrbuch für Dichtkunst „Arkadia“ von 1913 (K. Wolff Verlag) enthält neben drei Texten von Walser den Erstdruck von Kafkas „Das Urteil“. Robert Musil bespricht 1914 in der „Neuen Rundschau“ Walsers „Geschichten“ und Kafkas Erzählungenband „Betrachtung“ (beide 1913) und schließt mit der Feststellung, Kafkas Buch erscheine ihm „wie ein Spezialfall des Typus Walser“. Auch über die Folgen der durch Robert Walser bei Franz Kafka ausgelösten und auf Max Brod verlängerten Heiterkeit diskutierten Bernhard Echte (R. Walser-Archiv) und Hans-Gerd Koch (Herausgeber und Redaktor von Kafka-Werkausgaben).