Reinhard Jirgl: Von Misanthropen und Fachidioten
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Im Rahmenprogramm zur Ausstellung »Dintenuniversum. Jean Paul 1763/2013«
Im Anfang von Jean Pauls Großwerk »Der Titan« geschieht dem Helden Albano das Wegreißen der Augenbinde, man möchte darin die Grundbewegung der Aufklärung erkennen. Doch was stürzt den bisher im Dunkel gehaltenen Seh-Maschinen entgegen?: die in alle Höhen und Fernen glänzenden, gleißenden »Lärmfeuer der gewaltigen Natur« – und: das »Narratorium« der Zeitgenossen in all ihren Aus- und Anmaßungen! Es will dem Augen-Menschen scheinen, in der Natur gehe es menschlicher zu als unter Menschen, was immer heißt: unter den Zeitgenossen, den Menschen des Heute; diejenigen, mit denen man gleichzeitig in der Welt sein muss. Was für ein Verhängnis! Was für eine Schande!
Reinhard Jirgl, geboren 1953, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Seine Romane beschreiben in einer sezierenden Sprache und mit einer eigenen Zeichen-Nomenklatur gesellschaftliche Zustände. Für das noch unfertige Manuskript »Abschied von den Feinden« bekam er 1993 den Alfred Döblin Preis; hiermit gelingt ihm 1995 der Durchbruch. 1999 wird er mit dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet. 2010 wird Reinhard Jirgl der Büchner-Preis verliehen. Im Hanser Verlag erschien zuletzt sein Roman »Nichts von euch auf Erden«.
Das Rahmenprogramm zur Ausstellung »Dintenuniversum. Jean Paul 1763/2013« wird gemeinsam präsentiert von der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, dem Literaturhaus Berlin und der Stiftung Brandenburger Tor.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Stiftung Joseph Breitbach