Projekt Klee

Diese Veranstaltung liegt im Archiv

  • Ausstellungen

Mit Ernest Wichner, Günter Karl Bose und Gian-Philip Andreas

Eröffnung der Installation

Mit Ernest Wichner, Günter Karl Bose und Gian-Philip Andreas

Die über 10000 Titel der bildnerischen Arbeiten Paul Klees bilden neben einigen seiner Gedichte sein ›verborgenes‹ poetisches Werk. Sie als Texte lesbar zu machen, war Ausgangspunkt eines typografischen Experiments, das vor zwei Jahren von Studenten an der Leipziger Akademie begonnen wurde. Ergebnis sollte ein ganz im Handsatz hergestelltes Buch sein, dessen Ausarbeitung viel Zeit benötigen würde und die Möglichkeit ließe, jeden Schritt seiner Fertigung bewußt zu tun. Die Gruppe entschied sich, eine Auswahl zu treffen, und wählte aus den Schaffensjahren 1921 bis 1940 jeweils einen gleichen Bruchteil der Titel aus, um sie ins Buch aufzunehmen. Jedem Schaffensjahr sollte eine Seite des Buches entsprechen. Angeordnet wurden die Titel dann in einem strengen typografischen Raster, der aus 6 Spalten zu 95 Zeilen besteht. Als Grundschriften wurden kleine Grade der Garamond kursiv und der Akzidenz-Grotesk gewählt. Wegen der geringen Menge des vorhandenen Satzmaterials musste jede Seite sofort nach ihrer Fertigstellung gedruckt und der Satz abgelegt werden, um für die weitere Arbeit zur Verfügung zu stehen. Gedruckt wurde auf einer Handpresse in einer Auflage von dreißig Exemplaren. Eine bibliophile Anmutung sollte das Buch keinesfalls haben. Deshalb wurde einfaches Werkdruckpapier verarbeitet und die Bindung schlicht gehalten. Im Sommer 2010 ist das Buch fertig geworden. Zum ›Rundgang 2010‹ der Leipziger Hochschule entstand die Idee, die typografische Arbeit in eine Rauminstallation einzubinden, deren Grundkonzept eine über sechs Kanäle gesendete, sich überlagernde Lesung der Titel Klees sein sollte. Der visuellen Konstellation der gesetzten Texte sollte eine akustische der gelesenen Texte entsprechen. So entstand ein komplexer Klangraum, der für das Literaturhaus neu konzipiert wurde und einen ganz einzigartigen Weg in die poetische Welt Paul Klees eröffnet.

Zur Eröffnung dieser bis zum 14. Dezember während der Öffnungszeiten des Literaturhauses (und jeweils vor den Veranstaltungen) zugänglichen Installation sprechen Ernest Wichner und Günter Karl Bose, der als Professor die Arbeit an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig betreut hat. Gian-Philip Andreas liest aus Lebenszeugnissen und Texten von Paul Klee.

Zusammen mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.