Prigov lesen. Untersuchungen zu einem unaufhörlichen poetischen Werk II
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Mit Sylvia Sasse, Brigitte Obermayr, Lena Szilard, Valentina Parisi, Sabine Hänsgen, Igor Smirnov, Olga Martin und Georg Witte
Internationale Konferenz, veranstaltet von der Freien Universität Berlin (Institut für Allg. u. Vergl. Literaturwissenschaft / Prof. Dr. Georg Witte und Dr. Brigitte Obermayr) in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin
9:00 Uhr Beginn
Sylvia Sasse (Berlin): „Preduvedomlenija: Vorwort, Vorhersage, Vorbereitung“
Brigitte Obermayr (Berlin): „Date Poems, oder: Lyrik, die zur Sache geht“
Lena Szilard (Sassari): „Prigovs Roman, Renat i drakon’“
Mittagspause
14.30 Beginn
Valentina Parisi (Mailand): „Die Alphabete als mediales Ereignis“
Sabine Hänsgen (Köln): „Performance und Schreiben“
16:00 Abschlussdiskussion
Dmitrij A. Prigov (1940–2007) verstand sich als Gesamtkunstwerk, er nannte sein Projekt schlicht »DAP – Dmitrij Aleksandrovi_ Prigov«. Der Dichter und Romanschriftsteller, der Performance- und Installationskünstler, der Graphiker und Kulturologe Dmitrij A. Prigov ist eine herausragende Figur der russischen Kunst und Kultur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Jahr nach Prigovs Tod findet die noch zu Lebzeiten des Autors und mit ihm geplante, seinem literarischen Werk gewidmete Konferenz an jenem Ort statt, an dem Prigov einen seiner ersten Auftritte in Deutschland hatte.
Bekannt ist der Dichter Prigov für die stimmgewaltigen Performances seiner Texte, allen voran der »Alphabete« (»Azbuki«). Geradezu identifiziert wird Prigov mit dem lyrischen Helden aus dem Gedichtzyklus »Der Milizaner«. Und immer wieder hört man von der Quantität seines Schaffens – von mindestens 24.000 Gedichten ist die Rede. Prigovs Faszination für die Zahl als Abstraktions- und Ordnungsprinzip zeigt sich im umfangreichen Zyklus von Texten, die »Berechnungen und Bestimmungen« gewidmet sind (ab ca. 1995), und den Höhepunkt seines literarischen Spätwerks darstellen. Zu diesem gehören auch vier Romane.
Ein zentrales Anliegen der Konferenz ist es, die Rezeption und Analyse des Werks über die bislang dominierende Festschreibung als ›künstlerische Ideologiekritik‹ hinaus zu treiben. So soll eine sich über mehr als 40 Jahre erstreckende künstlerische Tätigkeit im größeren Kontext der (literarischen) Ästhetik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (z.B. Minimalismus, Pop Art und Konzeptkunst) verortet werden. Zugleich gilt es, dem höchst innovativen Charakter dieser Literatur auch analytisch gerecht zu werden.
Tagungskonzeption: Sabine Hänsgen, Holt Meyer, Brigitte Obermayr, Georg Witte.
Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der FU Berlin, Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Slawistik.
Igor Smirnov (Konstanz): »Dasein und Sein in Prigovs Dichtung«; Olga Martin (Prag): »Der Milizionär: Das Ende eines Heldenepos«; Valentina Parisi (Mailand): »Die Alphabete als mediales Ereignis«; Sabine Hänsgen (Köln): »Performance und Schreiben«; Georg Witte (Berlin): »Ein Poet als Phänomenologe des Verses«; Brigitte Obermayr (Berlin): »Date Poems, oder: Lyrik, die zur Sache geht«. Die Tagung findet ihren Ausklang in einer Abschlußdiskussion.