Prigov lesen. Untersuchungen zu einem unaufhörlichen poetischen Werk I

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Mit Gerald Janecek, Holt Meyer, Aleksandr Skidan, Ernest Wichner, Igor Smirnov, Olga Martin und Georg Witte

Mit Gerald Janecek, Holt Meyer, Aleksandr Skidan, Ernest Wichner, Igor Smirnov, Olga Martin und Georg Witte

Internationale Konferenz, veranstaltet von der Freien Universität Berlin (Institut für Allg. u. Vergl. Literaturwissenschaft / Prof. Dr. Georg Witte und Dr. Brigitte Obermayr) in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin

9:00 Uhr Begrüßung und Eröffnung

Gerald Janecek (Kentucky): „Seriality in the works of Dmitrij Prigov“
Holt Meyer (Erfurt): „Exhibiting letters: Post-avantgardistische Gesten und
Auto-Philologien im Vergleich mit der Conceptual Art der 60er Jahre“
Aleksandr Skidan (St.Petersburg): „Prigov als postsowjetischer Brecht &
Warhol in einer Person“

Mittagspause

14:30 Uhr Beginn

Ernest Wichner, Literaturhaus Berlin
Igor Smirnov (Konstanz): „Dasein und Sein in Prigovs Dichtung“
Olga Martin (Prag): „Der Milizionär: Das Ende eines Heldenepos“
Georg Witte (Berlin): „Ein Poet als Phänomenologe des Verses“


Dmitrij A. Prigov (1940–2007) verstand sich als Gesamtkunstwerk, er nannte sein Projekt schlicht »DAP – Dmitrij Aleksandrovi_ Prigov«. Der Dichter und Romanschriftsteller, der Performance- und Installationskünstler, der Graphiker und Kulturologe Dmitrij A. Prigov ist eine herausragende Figur der russischen Kunst und Kultur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ein Jahr nach Prigovs Tod findet die noch zu Lebzeiten des Autors und mit ihm geplante, seinem literarischen Werk gewidmete Konferenz an jenem Ort statt, an dem Prigov einen seiner ersten Auftritte in Deutschland hatte.

Bekannt ist der Dichter Prigov für die stimmgewaltigen Performances seiner Texte, allen voran der »Alphabete« (»Azbuki«). Geradezu identifiziert wird Prigov mit dem lyrischen Helden aus dem Gedichtzyklus »Der Milizaner«. Und immer wieder hört man von der Quantität seines Schaffens – von mindestens 24.000 Gedichten ist die Rede. Prigovs Faszination für die Zahl als Abstraktions- und Ordnungsprinzip zeigt sich im umfangreichen Zyklus von Texten, die »Berechnungen und Bestimmungen« gewidmet sind (ab ca. 1995) und den Höhepunkt seines literarischen Spätwerks darstellen. Zu diesem gehören auch vier Romane.

Ein zentrales Anliegen der Konferenz ist es, die Rezeption und Analyse des Werks über die bislang dominierende Festschreibung als ›künstlerische Ideologiekritik‹ hinaus zu treiben. So soll eine sich über mehr als 40 Jahre erstreckende künstlerische Tätigkeit im größeren Kontext der (literarischen) Ästhetik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (z.B. Minimalismus, Pop Art und Konzeptkunst) verortet werden. Zugleich gilt es, dem höchst innovativen Charakter dieser Literatur auch analytisch gerecht zu werden.
Tagungskonzeption: Sabine Hänsgen, Holt Meyer, Brigitte Obermayr, Georg Witte.

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der FU Berlin, Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Slawistik.