Pierre Drieu la Rochelle: Die Komödie von Charleroi

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Krieg ist nicht mehr Krieg. Ihr werdet es eines Tages sehen, Faschisten aller Länder, wenn ihr euch flach auf den Boden drückt mit eurer vollgeschissenen Hose. Dann wird es keine Federbüsche, Goldtressen, Sporen, Pferde, Trompeten, Worte mehr geben, sondern bloß eine industrielle Ausdünstung, die euch die Lunge zerfrißt.
[Pierre Drieu la Rochelle]

Lebenshunger und Todessehnsucht, patriotische Gefühle und Desillusionierung: Pierre Drieu la Rochelles Erzählungen spiegeln die innere Zerrissenheit des Schriftstellers, Polemikers, Kommunisten und Anarchisten, Faschisten und Antisemiten, Surrealisten und Pazifisten und Mystikers. Die von Eva Moldenhauer und Andrea Spingler neu übersetzten Erzählungen des 1934 in Frankreich erschienenen Bandes »Die Komödie von Charleroi« sind uns Anlaß, den Autor und dessen Werk, von dem eine Auswahl mittlerweile in die Pléiade aufgenommen wurde, zur Diskussion zu stellen. Frank Arnold liest aus »Die Komödie von Charleroi«, im Anschluß sprechen Tilman Krause (Literaturredakteur der Zeitung »Die Welt«), Jürgen Ritte (Literaturwissenschaftler und Übersetzer aus dem Französischen) und der Lektor dieses Buches Oliver Ilan Schulz über den Schriftsteller und Exzentriker Pierre Drieu la Rochelle.