Das vernünftige Ungeheuer
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Mit Philipp Blom und Martin Bauer
Ein paar junge Leute machten sich anno 1750, um ihre Miete zu bezahlen, an eine bescheidene Arbeit: Sie übersetzten ein simples Lexikon aus dem Englischen. Im Lauf der Zeit wuchs sich dieses Vorhaben zum größten verlegerischen Unternehmen des Jahrhunderts aus, zu einem Werk, das derart gefährlich und subversiv war, daß seinen Urhebern das Gefängnis, wenn nicht gar die Hinrichtung drohte. Die Zensur war ihnen ständig auf den Fersen, und der Papst belegte es mit Kirchenbann. Am Ende lagen 27 Bände mit 72000 Artikeln, 16500 Seiten und 17 Millionen Wörtern vor.
Philipp Blom, 1970 in Hamburg geboren, Autor des Romans »Die Simmons-Papiere« (1997) und des Essays »Sammelwunder, Sammelwahn« (2004), hat soeben in der deutschen Übersetzung von Michael Bischoff seine Geschichte der Großen Enzyklopädie »Das vernünftige Ungeheuer« (Die Andere Bibliothek) veröffentlicht. Er liest aus seiner mit viel Witz und Elan geschriebenen kulturgeschichtlichen Erzählung. Moderation und Gespräch: Martin Bauer.