Peter Jelavich: Kunstzensur in Deutschland im 20. Jahrhundert
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Die besondere Rolle der »Kunst« im deutschen Selbstverständnis – sowie ihre in der Welt fast einzigartige juristische Sonderstellung – machten Kunstprozesse und parlamentarische Zensurvorlagen zu gesellschaftlichen Brenn- und Wendepunkten. In ihnen spiegelten und verdichteten sich kulturelle Umwandlungsprozesse, soziale Umstrukturierungen und politische Machtverschiebungen.
Basierend auf aktuellen Forschungen zu mehreren Kunstgattungen und Medien (Literatur, Theater, bildende Kunst, Film) widmet sich Prof. Peter Jelavich der Kunstzensur und ihrer Rolle in Staat und Gesellschaft des 20. Jahrhunderts.
Peter Jelavich ist Professor für Neuere Geschichte an der Johns Hopkins University (Baltimore, USA). In seinen Aufsätzen und Büchern – u.a. Berlin Cabaret (1993) und Berlin Alexanderplatz: Radio, Film and the Death of Weimar Culture (2006) – analysiert er die Wechselwirkung zwischen E- und U-Kultur, die Entwicklung der Massenkultur und der Medien sowie die politische Steuerung der Künste in Deutschland.
Die Villa Aurora, das ehemalige Wohnhaus von Lion und Marta Feuchtwanger in Los Angeles, ist eine Künstlerresidenz und ein Ort internationaler Kulturbegegnungen. Zum Gedenken an die Zeit des Exils hält sie die Erinnerung an die Künstler und Intellektuellen wach, die in Kalifornien Zuflucht vor der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime fanden. Der Verein mit Sitz in Berlin fördert den deutsch-amerikanischen Kulturaustausch in den Bereichen Film, Komposition, bildende Kunst, Literatur und Performance. Zudem vergibt er jährlich das Feuchtwanger Fellowship.