Pasolini 4
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Mit Agnese Grieco, Frank Arnold, Wolfram Koch und Ursula Renneke
1942 erschien Pasolinis erster Gedichtband »Poesie a Casarsa«, geschrieben in friaulischem Dialekt, dem Dialekt der Mutter, in der Zeit des Faschismus, der keine Dialekte duldete; gewidmet, »aus Konformismus«, dem Vater, der »den Faschismus bejahte«. Auf Widersprüche der Wirklichkeit reagiert Pasolini dann zeitlebens in seinem umfangreichen Werk als Dichter, Schriftsteller und Filmemacher ebenso widersprüchlich, wie sich die Wirklichkeit darstellte und veränderte – und ihn dabei mit veränderte. Unübersehbar wuchs der Erfolg Pasolinis mit seinen ab 1961 entstandenen Filmen, überdeckte aber auch das von ihm mit ebensolcher Intensität verfaßte literarische Werk, das doch maßgeblich die Arbeit des Filmemachers Pasolini prägte. Während die Filme immer wieder auch in Retrospektiven gezeigt werden, sind einige von Pasolinis wichtigen Dichtungen wie »Poesia in forma di rosa« bislang gar nicht auf Deutsch erschienen oder aus dem Buchhandel verschwunden. Anlaß für die »Langen Pasolini-Nächte«, das literarische und filmische Werk Pasolinis zusammenzubringen: Agnese Grieco (für kurze italienische Passagen), Frank Arnold, Wolfram Koch und Ursula Renneke lesen aus den Gedichten, Erzählungen, Romanen, Reiseberichten, Polemiken und Briefen von Pasolini, die teilweise eigens für die Lesung übersetzt wurden.
22.00 Uhr
Uccellacci e uccellini (Große Vögel – kleine Vögel). I 1965, 86 min, OmU
»Uccellacci e uccellini«: besser übersetzt zu »Schlimme Vögel und Vögelchen«, worin auch »Vögeln« mit dem »Uccello« aus dem Slang der römischen Vorstadt mitklingt – Pasolinis Bestandsaufnahme von 1965, als nicht nur die »Zeit von Brecht und Rossellini«, sondern mit dem Tod Togliattis auch »die Epoche des Widerstands, der großen Hoffnungen auf eine kommunistische Gesellschaft, die Epoche des Klassenkampfes« zu Ende war. Doch am Marxismus, in Gestalt einer Krähe, wird ein Akt des Kannibalismus, der Kommunion vollzogen, und davon genährt, gehen Totò und Ninetto Davoli ihren Weg weiter, ohne daß man weiß, »wohin die Straße führt«. Regie und Buch: Pasolini. Mit Totò und Ninetto Davoli in seiner ersten großen Rolle.