Mynona / Salomo Friedlaender: Dichter, Parodist, Erzähler und Philosoph

Diese Veranstaltung liegt im Archiv

Mit Mechthild Rausch, Hartmut Geerken und Detlef Thiel

Mit Mechthild Rausch, Hartmut Geerken und Detlef Thiel

Salomo Friedlaender/Mynona, geboren 1871 in Gollantsch (Posen, heute Polen), studiert Medizin, dann Philosophie in München, Berlin und Jena. Seit 1902 lebt er in Berlin. Um 1910 beginnt er unter dem Namen Mynona Grotesken zu veröffentlichen, die ihn im deutschen Sprachraum rasch bekannt machen. In dieser von ihm zur Meisterschaft gebrachten Form, ebenso in Romanen, Novellen, Parodien, Gedichten illustriert er einen philosophischen Polarismus. In Zerrbildern will er die Erinnerung an »das göttlich geheimnisvolle Urbild des echten Lebens« auffrischen. Im Lauf von 50 Jahren hat er ein umfangreiches und vielgestaltiges Werk geschaffen, das jenseits trivialer Trennungen von Philosophie und Literatur als ein »Vernunftgewitter« wirken sollte.
Jedoch konnte Friedlaender/Mynona dem »Ring der Knebelungen«, der sich in der späten Weimarer Republik um ihn schloß, nicht entrinnen. 1933 emigrierte er nach Paris, dort starb er 1946 in extremer Armut. Die meisten seiner 40 Bücher wurden nicht mehr aufgelegt, seine kleineren philosophischen Texte niemals vollständig gesammelt. Seit 2006 geben nunmehr Hartmut Geerken und Detlef Thiel in der Edition Salomo Friedlaender/Mynona die Gesammelten Schriften dieses Autors heraus, die auf 38 Bände angelegt sind (in Zusammenarbeit mit der Kant-Forschungsstelle der Universität Trier, Waitawhile/Books on Demand). Davon sind mittlerweile 13 Bände erschienen.

Im Gespräch mit Mechthild Rausch stellen Hartmut Geerken und Detlef Thiel Mynona und sein Werk vor.