»Mit Puschkin in Puschkins Welt«
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Mit Sabine Baumann und Friedhelm Ptok
Vladimir Nabokov, der sich als Leser und Schüler Alexander Puschkins verstand, wollte auch dessen Vermittler, Kommentator und Bewahrer sein. Über mehrere Jahrzehnte beschäftigte er sich übersetzend und erläuternd mit dem bewunderten Dichter. 1955 notierte er drei Erkenntnisse, die für seinen Umgang mit dem schier unübersetzbaren Versroman »Eugen Onegin« entscheidend waren: »1. Eine gereimte Übersetzung des Onegin ist unmöglich. 2. Es ist hingegen möglich, in einer Reihe von Fußnoten die Modulationen und Reime des Textes und ebenso alle seine Assoziationen und besonderen Merkmale zu beschreiben. 3. Es ist ebenfalls möglich, Onegin einigermaßen sinngetreu zu übersetzen, indem die vierzehn gereimten vierhebigen Zeilen jeder Strophe durch vierzehn reimlose Zeilen von verschiedener Länge ersetzt werden, vom jambischen Dimeter bis zum jambischen Pentameter.«
Die solcherart verfahrende, mit ausführlichen Kommentaren versehene Übersetzung ins Englische hat Vladimir Nabokov 1964 in einer vierbändigen Ausgabe veröffentlicht.
Sabine Baumann hat nun unter Mitarbeit von Christiane Körner Puschkins Text nach den gleichen Prinzipien ins Deutsche übersetzt, ebenso den umfangreichen Kommentarband Nabokovs. Sie stellt ihren »Eugen Onegin« vor und kommentiert mit Nabokov den Versroman des Alexander Puschkin. Friedhelm Ptok liest aus »Eugen Onegin«.