Mißachtung und Tabu
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Mit Klaus Briegleb
Der Literaturwissenschaftler Klaus Briegleb [bis vor kurzem Professor für Literaturtheorie und deutsche Literaturgeschichte an der Universität Hamburg] ist in die Archive der Gruppe 47 hinabgestiegen und hat am Beispiel der Exponenten Grass und Walser sowie an Hans Werner Richter, der die Gruppenpolitik formuliert hat, die innere Leere, »das hohle Wunder« [G. Steiner] einer Kriegserinnerung beschrieben, die gekennzeichnet ist von der Angst vor Juden und dem Judentum, besonders davor, Juden und ihrer Geschichte nach der Shoah zu begegnen. Diese Angst bedarf einer Abfuhr und sucht sich ihre, vielmals falschen, Objekte. »Man steht, wie Alfred Andersch es wollte, fest im Dauerritual des Gereinigtseins von Schuld durch Krieg und hält Schuldfreiheit als Dogma der Gruppe 47 hoch.«
Klaus Briegleb stellt seine Streitschrift über die Frage vor: »Wie antisemitisch war die Gruppe 47?«