Mircea Cărtărescu: Die Flügel

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Mircea Cărtărescu spricht über seine Romantrilogie mit Ernest Wichner. Frank Arnold liest aus »Die Flügel«.

Er glaubt, daß die Menschen ihn lieben, der Lump … Das hättest du sehen müssen, wie der so dastand und um sich sah, ein erbärmlicher Greis mit Schafsfellmütze … daß man sich direkt fragt, wie konnte dieser Schuster so viele Leute für dumm verkaufen, wie konnte er so vielen Menschen Angst einjagen … Schließlich ist er weggegangen, und sie haben die Sendung plötzlich unterbrochen …
[Mircea Cărtărescu]

Mircea Cărtărescu, 1956 in Bukarest geboren, ist heute der bekannteste Schriftsteller Rumäniens. Mit seiner 1800 Seiten umfassenden Romantrilogie »Orbitor«, deren dritter und letzter Band »Die Flügel« (»Die Wissenden« 2007; »Der Körper« 2011) soeben in der Übersetzung von Ferdinand Leopold erschienen ist, wird ein Erzählprojekt abgeschlossen, in dem der Roman noch einmal das Ganze der Welt in einer epischen Erzählung zu erfassen trachtete. Das Zentrum dieser Welt mit Mikro- und Makrokosmos ist Mircea, das Kind, der Jugendliche und der junge Erwachsene, sein Erleben, seine Wahrnehmungen, Phantasien, Visionen, Tag- und Albträume. Aber ebenso ist es Bukarest, der Leib einer geschundenen Stadt, die immer aber auch noch überraschende, unerwartete Sensationen anzubieten hat, es ist die Zeit- und Familiengeschichte – und in diesem Roman auch die Geschichte der rumänischen Revolution von 1989.

Mircea Cărtărescu spricht über seine Romantrilogie mit Ernest Wichner. Frank Arnold liest aus »Die Flügel«.