Mascha Kaléko – »Mein Heimweh hieß Savignyplatz« 1
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Mit Ernest Wichner und Jutta Rosenkranz
Eine Ausstellung des Literaturhauses Berlin, konzipiert und realisiert von Jutta Rosenkranz
27. November 2007 bis 20. Januar 2008
Täglich, außer montags, 11 bis 19 Uhr
Geschlossen vom 21.12. bis zum 26.12. sowie vom 30.12. 2007 bis zum 2.1. 2008
Die Berliner Dichterin Mascha Kaléko (1907-1975) wurde Ende der Zwanziger Jahre mit ihren heiter-melancholischen Großstadt-Gedichten in der Tradition von Heinrich Heine, Kurt Tucholsky und Erich Kästner bekannt, doch schon bald entwickelte M. Kaléko ihren eigenen Stil als einzige weibliche Stimme unter den Lyrikern der Neuen Sachlichkeit. Ihre beiden erfolgreichen, im Rowohlt Verlag erschienenen Gedichtbände „Das lyrische Stenogrammheft. Verse vom Alltag“ (1933) und „Kleines Lesebuch für Große. Gereimtes und Ungereimtes“ (1935) wurden mit antisemitischen Begründungen von den Nationalsozialisten verboten. 1938 emigrierte M. Kaléko nach Amerika, 1959 übersiedelte sie nach Israel. In ihren Texten spiegeln sich persönliches Schicksal und zeitgeschichtlicher Hintergrund auf eindrucksvolle Weise.
Die Ausstellung zeigt Leben und Werk der Dichterin vor dem Hintergrund der drei wichtigsten Stationen ihres Lebens – Berlin, New York und Jerusalem. Dabei steht Berlin, wo Mascha Kaléko zwanzig Jahre lang wohnte und das sie nach der Emigration wieder besuchte, im Mittelpunkt. Das wechselhafte Schicksal der Metropole während der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit wird in ihren Gedichten, Prosatexten und Briefen deutlich. Berlin war die einzige Stadt, in der sie sich heimisch fühlte.
Der 100. Geburtstag von Mascha Kaléko ist ein guter Anlaß, erstmals Leben und Werk dieser Berliner Dichterin in einer Ausstellung zu würdigen. Das Literaturhaus Berlin nahe dem Kurfürstendamm ist der ideale Ort dafür, denn Mascha Kalékos früheres Wohnhaus in der Bleibtreustraße liegt nur wenige Minuten entfernt.
Zur Eröffnung begrüßt Ernest Wichner (Literaturhaus Berlin), Jutta Rosenkranz (Berlin) spricht über Mascha Kaléko und die Ausstellung.
Die Finanzierung von Ausstellung und Begleitprogramm wird durch den Hauptstadtkulturfonds ermöglicht.
Der Jüdischen Volkshochschule danken wir für ihre Mitwirkung.
Im Mai 2007 ist im Deutschen Taschenbuch Verlag die von Jutta Rosenkranz verfaßte große Biographie Mascha Kalékos erschienen: 300 Seiten, 25 s/w-Abb., Klappenbroschur, 14,50 Euro. Das Buch ist in der Buchhandlung „Kohlhaas & Company“ im Literaturhaus erhältlich.