Marta Feuchtwanger – Eine emanzipierte Frau
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Mit Manfred Flügge, Marianne Heuwagen und Alexandra Tyrolf
Marta Feuchtwanger, die 1891 als Marta Löffler in München geboren wurde, ist als Mittelpunkt der Exil-Gemeinschaft ab den 40er Jahren in Los Angeles nicht wegzudenken. Sie bot gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Lion Feuchtwanger, in ihrem Haus, der Villa Aurora in Pacific Palisades, einen Ort der Zusammenkunft und des intellektuellen Austauschs. Ihre intensive Freundschaft zu anderen Exilanten in Kalifornien ist in einem regen Briefwechsel dokumentiert. 1980 erhielt Marta Feuchtwanger die Ehrendoktorwürde der University of Southern California (USC). Bis zu ihrem Tod im Jahr 1987 engagierte sie sich politisch und kulturell, und die Villa Aurora blieb ein gesellschaftlicher Treffpunkt.
Die Veranstaltung zu Ehren Marta Feuchtwangers ist Teil der 6. Internationalen Feuchtwanger Konferenz, die vom 24. – 26. Oktober in Berlin stattfindet. Sie steht im Rahmen des Themenjahrs 2013 »Zerstörte Vielfalt«, das an die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 und die Novemberpogrome 1938 erinnert und sich mit der von den Nationalsozialisten nach 1933 zerstörten gesellschaftlichen Vielfalt Berlins auseinandersetzt. In Photographien, Tondokumenten, Lesungen aus ihren Briefen sowie einem von Manfred Flügge moderierten Gespräch zwischen der Journalistin Marianne Heuwagen, die Marta Feuchtwanger persönlich kannte, und Alexandra Tyrolf, die sich wissenschaftlich mit dem Thema Frauen und Exil beschäftigt, wird der Lebensweg und das Wirken dieser besonderen Frau nachgezeichnet
Die Villa Aurora, das ehemalige Wohnhaus von Lion und Marta Feuchtwanger in Los Angeles ist eine Künstlerresidenz und ein Ort internationaler Kulturbegegnungen. Zum Gedenken an die Zeit des Exils hält sie die Erinnerung an die Künstler und Intellektuellen wach, die in Kalifornien Zuflucht vor der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime fanden und einen bedeutenden Einfluß auf das Kulturleben an der US-amerikanischen Westküste hatten.
Der Verein mit Sitz in Berlin fördert den deutsch-amerikanischen Kulturaustausch in den Bereichen Film, Komposition, bildende Kunst und Literatur. Zudem vergibt der Verein in Kooperation mit der Feuchtwanger Memorial Library an der USC jährlich das Feuchtwanger Fellowship, das einem heute in seiner freien Meinungsäußerung beeinträchtigten Schriftsteller oder Journalisten einen Aufenthalt von bis zu neun Monaten gewährt. www.villa-aurora.org