Marjana Gaponenko: Das letzte Rennen
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Ich habe einen reinen Ton gehört. Alle Schönheit und aller Schrecken lagen darin. Dieses lange Ausatmen! Es schien den Stall zu erhellen, die speckigen, schokoladefarbenen Geschirre an der Wand, die an der Decke zum Trocknen aufgehängten Brennesseln vom letzten Jahr, die Köpfe der Pferde, die nachdenklich, wie es nur diesen Tieren gegeben ist, die Luft beschnupperten, und Nadjas verweintes Gesicht …
[Marjana Gaponenko]
Kaspar, ein verwöhnter junger Mann in der guten Wiener Gesellschaft, studiert etwas ziellos vor sich hin und scheint von den Menschen um ihn herum, insbesondere von den Frauen, weniger zu verstehen als von den Ponys, die sein wohlhabender Vater sammelt. Komisch, grotesk und voll schwarzem Humor erzählt Marjana Gaponenko in ihrem Roman »Das letzte Rennen« (C.H. Beck) vom bösen Erwachen eines modernen Taugenichts, der auf drastische Weise eine Lektion fürs Leben erhält. Marjana Gaponenko, 1981 in Odessa geboren, als freie Autorin in Mainz und Wien lebend, liest aus ihrem Roman. Moderation und Gespräch: Jörg Plath