Lukrez: Über die Natur der Dinge

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Mit Klaus Binder und Hartmut Böhme

Du aber, Memmius, löse dich von politischen Sorgen, von allen Ängsten, ein offenes Ohr leihe mir, folge mit wachem Geist der wahren Philosophie. Höre, was ich dir um deinetwillen getreu ausgebreitet habe; sieh, daß du diese Gaben nicht, bevor sie verstanden, unbeachtet verwirfst. Denn nun will ich darlegen, nach welchem Gesetz der hohe Himmel bewegt wird, was das Wesen der Götter ausmacht, will die Urelemente nennen, aus denen die Natur alle Dinge ständig hervorbringt, vermehrt und ernährt, und worein sie das Geschaffene, wenn es vergeht, auch wieder auflöst.

[Lukrez: Über die Natur der Dinge]

»Wohl um 60 v.u.Z. von einem Römer namens Titus Lucretius Carus geschrieben, ist das philosophische Poem ›De rerum natura‹ eines der großartigsten und zugleich merkwürdigsten Werke der klassischen Antike. Seine poetische Kraft ist offenbar sofort erkannt worden. Erst mit dem Untergang der Welt, so prophezeit der Dichter Ovid, würden auch die Verse des unvergleichlichen Lukrez vergehen.« So Stephen Greenblatt in seiner Einführung zur neuen Übersetzung dieser philosophischen Dichtung durch Klaus Binder.

Der Gesang aus der Römerzeit, vom italienischen Humanisten Poggio Bracciolini 1417 in einem deutschen Kloster entdeckt, spricht in wunderbarer Poesie vom Bau der Welt und wie die Menschen darin ein glückliches Leben führen können – ohne Angst vor dem Tod und ohne falsche Furcht vor Göttern. Die nämlich sollen den Menschen getrost egal sein. Eine philosophisch begründete Feier der Natur, des Lebens und der Liebe.

Klaus Binder, der u.a. auch Bücher von Ian Kershaw, Stephen Greenblatt und Neil McGregor übersetzt hat, hat eine rhythmisierte Prosaübersetzung dieses Werkes angefertigt und sie verständnisfördernd kommentiert. Er stellt seine Übersetzung von Lukrez’ »Über die Natur der Dinge« in Lesung und Gespräch zusammen mit dem Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme vor.