Literarische Führung im und um das Literaturhaus Berlin

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Treffpunkt Unteres Foyer

 Am 26. Juni 1914 schreibt Max Herrmann-Neiße an seine Frau Leni: »Um 3 wieder zu Fischer. [Robert] Musil zu sprechen. Sehr sympathischer Mensch, Österreicher, etwa wie ein freierer, offnerer, gütigerer, reinerer, froherer Franz Jung. Sagt, das müßte von [Oskar] Bie [Leiter der ›Neuen Rundschau‹] ein Irrtum sein, er hätte meine Gedichte noch gar nicht gelesen, will aber gern darüber schreiben. Und mir auch Bücher zur Besprechung geben, lobt sehr meine ›Groteskes-Quartett‹-Glosse, Dienstag will er mir eventuell bald welche mitgeben, wenn ich Mittwoch nach Neiße fahre.« Über eine nähere Bekanntschaft zwischen den Schriftstellern ist nichts überliefert. Beide besuchten jedoch gerne die Conditorei Wien, heute Flagshipstore des Apple-Konzerns. Und 1931 werden sie quasi Nachbarn. Max Herrmann-Neiße wohnte bereits seit 1926 am Kurfürstendamm 215, Musil bezieht mit seiner Frau 1931 ein kleines Apartment in der Nummer 217.

Die Führung blickt zunächst in die ereignis- und abwechslungsreiche Geschichte des Hauses Fasanenstraße 23 bis zur Gründung des Literaturhauses im Jahre 1986. Der anschließende literarische Spaziergang bis zum Kurfürstendamm widmet sich Schriftstellern und Künstlern, die in unmittelbarer Umgebung wohnten und wirkten (u. a. Essad Bey, Heinrich Mann, Rudolf Nelson, Irmgard Keun, Robert Musil, Max Herrmann-Neiße).

Dauer ca. 2 Stunden, Anmeldungen unter 030 / 88 72 86 0 (Mo bis Fr von 10 bis 17 Uhr) oder unter literaturhaus@literaturhaus-berlin.de