Literarische Führung im und um das Literaturhaus Berlin
Diese Veranstaltung liegt im Archiv
Bei Walter Benjamin zum Tee, mit Heinrich Mann im Theater, eine Flasche Bordeaux mit Golo Mann geleert … – Pierre Bertaux, der spätere Hölderlin-Exeget, nutzte seine Berliner Zeit (Oktober 1927 bis Mai 1928) als französischer Austauschstudent intensiv, um das kulturelle Leben der Metropole kennenzulernen. Die Humboldt-Stiftung, die ihr Veranstaltungs- und Kommunikationszentrum in der Fasanenstraße 23 hatte, gewährte ihm ein Stipendium. Häufig war er Gast im Haus, wie er seinen Eltern brieflich mitteilte. Auch ist wohl in Berlin der Beginn seiner Hölderlinforschung zu verorten. Am 23. Januar 1928 schreibt er: »Wirklich, ich glaube, dass ich mich mit Hölderlin befassen werde. Das ist gewichtig.«
Die Führung gibt zunächst anhand eines Bildvortrages Einblick in die ereignisreiche Geschichte des Hauses Fasanenstraße 23 bis zu der Gründung des Literaturhauses. Der anschließende literarische Spaziergang bis zum Kurfürstendamm widmet sich Schriftstellern und Künstlern, die in der unmittelbaren Umgebung wohnten und wirkten (u. a. Gerhart Hauptmann, Heinrich Mann, Rudolf Nelson, Kurt Tucholsky, Robert Musil, Max Herrmann-Neiße).