Lauri Kubuitsile und Novuyo Rosa Tshuma »Frauen und Krieg«
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Die Autorinnen im Gespräch mit Venice Trommer
Literatur kann dazu beitragen, über historische Konflikte aufzuklären und durch die detaillierte Darlegung des Seelenlebens der Figuren gesellschaftliche, ökonomische und psychologische Folgen erfahrbar machen. Wie aber schreiben Autorinnen über Kriege, die von der patriarchalen Geschichtsschreibung weitgehend ignoriert wurden? Wie verläuft der Prozess der Recherche, wie die Fiktionalisierung der Protagonist:innen, über die oft nur wenige Dokumente existieren?
Lauri Kubuitsiles historischer Roman »Zerstreuung« erzählt die Geschichte zweier Frauen, die der Kampf um das Überleben verbindet. Einfühlsam erzählt das Buch von unfassbarem Leid, u.a. im Konzentrationslager Lüderitz, aber auch von der Unbeugsamkeit des menschlichen Geistes und der Kraft der Liebe.
Novuyo Rosa Tshuma verknüpft in ihrem hochgelobten Debütroman »Haus aus Stein« die persönliche Geschichte des Erzählers und dessen Familie mit der Geschichte Simbabwes. Das Buch beginnt vor der Unabhängigkeit Simbabwes und endet mit der Zeit nach der Landreform, ist aber weit mehr als ein historischer oder Spannungsroman, sondern ein tiefschürfendes psychologisches Porträt zutiefst traumatisierter Figuren, die exemplarisch für eine traumatisierte Gesellschaft stehen.
Novuyo Rosa Tshuma »House of Stone«, Atlantic Books 2019
Lauri Kubuitsile »Zerstreuung«. Aus dem Englischen von Ivana Maurovic, Maria Meinel, InterKontinental 2022
In englischer Sprache
Eine Veranstaltung in Kooperation mit InterKontinental e.V.