kudamm ’31. eine unerhörte geschichte

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Mit Elise Buchner

Mit Elise Buchner

Ihr »arisches Aussehen« allein hat Elise Buchner in der Nacht vom 12. auf den 13. September 1931 davor bewahrt, von den Schlägertrupps der Nationalsozialisten verprügelt und gedemütigt zu werden. »Jüdisch aussehende« Passantinnen und Passanten jedoch wurden an jenem Abend Opfer eines unerhörten Gewaltausbruchs auf dem Kurfürstendamm, initiiert von führenden SA-Männern um Wolf-Heinrich Graf von Helldorf.
Das sogenannte Kudamm-Pogrom scheint heute in der Berliner Erinnerungskultur vergessen zu sein. Als ein Vorläufer der Pogromnacht von 1938 wurde dieses Verbrechen bislang nur unzureichend in der Öffentlichkeit thematisiert.
Dieser Aufgabe haben sich nun Studierende des Masterstudiengangs Public History der Freien Universität Berlin mit Unterstützung von Christine Bartlitz (Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) und Sebastian Brünger (Rimini Protokoll) gewidmet. Mit einem Audiowalk auf dem Kurfürstendamm beleuchten sie das Geschehnis aus unterschiedlichen Perspektiven: Prozeßakten des Pogroms berichten von der marginalen juristischen Aufarbeitung des Verbrechens, zeitgenössische Texte und Töne erzählen von dieser Zeit am Ende der Weimarer Republik, Experten erläutern die Umstände der Gewalttat. Gewagt wird auch ein Blick in die Gegenwart: jüdisches Leben am Kurfürstendamm und Formen von Antisemitismus im Jahr 2012 – rund 80 Jahre nach einem fast vergessenen Pogrom im »goldenen Westen« von Berlin.

Im Anschluß an diese Veranstaltung haben Sie die Möglichkeit, selbst und individuell den Spuren dieser unerhörten Geschichte auf dem Kurfürstendamm nachzugehen.