Katharina Hacker: Skip
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Manchmal liebt man ein Kunstwerk, weil es einem zeigt, was zum eigenen Leben gehört, aus keinem anderen Grund. Man fühlt sich erhoben und gesichert, über die eigene Zeit hinaus in der Welt befestigt, während man sonst immer schlingert und von der gleichmäßigen Drehbewegung der Erde an den Rand geschoben wird.
In der Mitte seines Lebens macht der israelische Architekt Skip Landau eine Erfahrung, die er mit niemandem teilen kann: Eine innere Stimme ruft ihn an Orte, wo wenig später eine Katastrophe geschieht – ein Zugunglück in Paris, ein Flugzeugabsturz in Amsterdam. Offenbar soll er einzelne Sterbende auf ihrem schwierigen Weg in den Tod begleiten. Die Aufgabe, die er sich nicht ausgesucht hat, belastet seine Ehe und läßt die Familie in Tel Aviv fast auseinanderbrechen. Spät versteht er, daß er nicht nur die Sterbenden in den Tod, sondern auch seine Söhne ins Leben führen muß – und sich dazu.
Katharina Hacker, 1967 in Frankfurt am Main geboren, lebt seit 1996 als freie Autorin in Berlin. Zuletzt veröffentlichte sie die Romane »Die Erdbeeren von Antons Mutter« (2010) und »Eine Dorfgeschichte« (2011). Katharina Hacker liest aus ihrem soeben im S. Fischer Verlag erschienenen neuen Roman »Skip«; Einführung und Gespräch: Shelly Kupferberg