Judith Wechsler: The Passages of Walter Benjamin

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Film von 2014, 57 Min.

Die Entwicklung der Produktivkräfte legte die Wunschsymbole des vorigen Jahrhunderts in Trümmer noch ehe die sie darstellenden Monumente zerfallen waren. Diese Entwicklung hat im XIX. Jahrhundert die Gestaltungsformen von der Kunst emanzipiert wie im XVI. Jahrhundert sich die Wissenschaften von der Philosophie befreit haben. Den Anfang macht die Architektur als Ingenieurkonstruktion. Es folgt die Naturwiedergabe als Photographie. Die Phantasieschöpfung bereitet sich vor, als Werbegraphik praktisch zu werden. Die Dichtung unterwirft sich im Feuilleton der Montage. Alle diese Produkte sind im Begriff, sich als Ware auf den Markt zu begeben. Aber sie zögern noch auf der Schwelle. Dieser Epoche entstammen die Passagen und Interieurs, die Ausstellungshallen und Panoramen. Sie sind die Rückstände einer Traumwelt.
[Walter Benjamin: Das Passagen-Werk]

Judith Wechsler, Autorin von Büchern über Cézanne und Daumier, emeritierte Professorin für Kunstgeschichte an der Tufts University – sie hat auch am Massachusetts Institute of Technology, an der École Normale Supérieur in Paris und an der Hebrew University gelehrt –,  Autorin von gut 26 Filmen für den Louvre und das Metropolitan Museum, Trägerin des Ordens Chevalier des Arts et Lettres und Mitglied der American Academy Berlin, hat vor einem Jahr ihren Film über Walter Benjamins Passagenwerk abgeschlossen.

Der Film enthält Dokumente, Manuskripte und Briefe aus den Walter Benjamin-Archiven in Berlin und Jerusalem, Drucke und Fotos aus der Bibliothèque Nationale in Paris, Gespräche mit ausgewiesenen Benjamin-Lesern sowie Filmmaterial aus den zwanziger Jahren in Paris und Berlin.

Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer Literaturhaus Berlin e.V.