Jonathan Lethem: Der Garten der Dissidenten
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Jonathan Lethem liest aus seinem von Ulrich Blumenbach übersetzten Roman. Frank Arnold liest den deutschen Text. Moderation: Thomas Böhm
Das war eine kommunistische Gewohnheit, ein kommunistisches Ritual: der Wohnzimmerprozeß, der respektable Lynchmob, der sich erst an deiner Gastfreundschaft ergötzte und dein Engagement dann mit einer Granate der Parteipolitik bombardierte, mit dem Buttermesser eine Scheibe Toast bestrich und dich damit dann von heute auf morgen von allem trennte, wofür du dein Leben gegeben hattest.
Jonathan Lethem
Wegen der Affäre mit einem schwarzen Polizisten wird Rose Zimmer aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen. Zuvor war schon ihr deutsch-jüdischer Ehemann Albert als Spion in die DDR verbannt worden. Dennoch hält Rose an ihren politischen Überzeugungen fest. Ihre Tochter Miriam kann vor dem erdrückenden Einfluß der Mutter nur in die New-Age-Bewegung fliehen. Miriams Sohn wächst dagegen in einer Welt auf, in der gesellschaftliche Ideale nur noch belächelt werden. Jonathan Lethems Roman »Der Garten der Dissidenten« (Klett Cotta) beschreibt ein Amerika, in dem jedem radikalen Lebensentwurf nur noch mit Hass oder Gleichgültigkeit begegnet wird. Und dabei schafft er Figuren, die nach wie vor bestrebt sind, ihre utopischen Träume zu verwirklichen.