Italo Svevo – ein unbekannter Klassiker
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Der Triestiener Kaufmann Ettore Schmitz, der unter dem Namen Italo Svevo (der italienische Schwabe) seine Bücher veröffentlichte, gehört zu den »großen psychologischen Realisten der Weltliteratur« (Wilhelm Genazino). In ihm, als italienischsprachigem Bürger der Habsburger Doppelmonarchie, verbanden sich die zwei Kulturen und Mentalitäten zu einem produktiven Spannungsverhältnis. Durch eine Behandlung, die sein Schwager bei Freud erhielt, wurde er näher mit der Psychoanalyse bekannt und übersetzte später Teile von dessen »Traumdeutung« ins Italienische. Eine ironische Verbindung von Literatur und analytischer Selbsterforschung stellt sein dritter Roman dar, der auf Deutsch in zwei Übersetzungen vorliegt (»Zeno Cosini« bzw. »Zenos Gewissen«), schließlich den internationalen Durchbruch brachte und Svevo in der Tradition der mitteleuropäischen Literatur und in der Nähe von Musil, Broch, Kafka und Canetti verankert.
Die Italianistin und Literaturkritikerin Maike Albath hat unlängst eine lesenswerte Einführung in Leben und Werk Italo Svevos veröffentlicht. Sie wird gemeinsam mit dem Kulturwissenschaftler Thomas Stölzel die Modernität und hintergründige Menschbeobachtungskunst dieses hierzulande noch immer zu wenig bekannten Meisters erkunden und dazu einladen, sich das lehrreiche Vergnügen zu bereiten, ihn wieder oder neu zu lesen.